24.11.2010
Urheberrechtsverstoß: 1,3 Milliarden US-$ soll SAP an Oracle zahlen
Wie diverse Nachrichtenagenturen und Medien heute berichten, ist der Walldorfer Softwarekonzern SAP von einer Jury in Kalifornien zu einem Schadensersatz in Rekordhöhe wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen verurteilt worden. SAP hatte ein Fehlverhalten der Mitarbeiter einer texanischen Tochterfirma (das SAP für einen Kaufpreis von 10 Millionen US-$ erworben hatte) eingeräumt, hält die Höhe des Schadensersatzes aber für deutlich überzogen. Offiziell wird die Option geprüft, noch in Berufung zu gehen.
Natürlich kennen wir nicht den Umfang der eingestandenen und daher wohl tatsächlich begangenen Urheberrechtsverstöße. Insofern wollen wir nicht einmal ausschließen, dass ein Schaden in dieser Höhe gerade in der Softwarebranche durchaus möglich ist. Dass aber eine Jury aus Laien, die zuvor wahrscheinlich weder mit der Juristerei, schon gar nicht mit Urheberrechten, und ebenso wenig mit der Software-Industrie zu tun hatten, über solche Summen zu entscheiden hat, können wir nur mit Kopfschütteln quittieren.
Da lobe ich mir unser Rechtssystem, auch wenn die bei uns zur Entscheidung berufenen Richter - unserer Auffassung nach - meistens etwas geizig mit Kompensationszahlungen umgehen.
